Pisanische Kirchen (18. September 2021)

Gestern Abend sind keine Fliegenscharen in den Tracker eingedrungen. Wir haben die Schlitze im Fensterrahmen mit Tesafilm zugeklebt. Vielleicht haben wir dadurch das Problem gelöst.

Gestern konnten wir nicht mehr die Basilica della Santissima Trinita di Saccargia besichtigen. Also geht es jetzt dorthin. Es stehen verhältnismäßig viele Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Die Kirche scheint einen guten Ruf zu haben.

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Schon von weitem sichtbar steht sie einsam auf einem Feld. Typisch im pisanischen Stil des 12. Jh. erbaut, weist sie auch das Zebramuster auf. Zudem hat sie in den Blendbögen sehr schöne Verzierungen, die man aber nur sehen kann, wenn man weit genug davon entfernt ist, denn der später hinzugefügte Vorbau schränkt etwas den Blick ein. Die Vorhalle hat schlanke Säulen mit ausgearbeiteten Kapitellen. Eines hat als Motiv Kühe. Wenn der Name Saccargia vom Sardischen „sa vacca arza“ (Kuhweide) kommt, hat man die Namensgeberin gefunden. Der Glockenturm ist sehr hoch und ist seitlich an die Kirche angebaut.

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Der einschiffige Innenraum, der sich vor dem Altar zur Kreuzform öffnet, hat drei Apsiden. Die mittlere ist ganz mit Fresken ausgemalt, die in drei Bereiche aufgeteilt sind. Aus der oberen Rundung blickt Christus herab, in der Mitte folgen die zwölf Apostel, im unteren Bereich werden Szenen aus dem Leben Christi gezeigt.

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Nun machen wir einen größeren Sprung an Sassari vorbei bis kurz vor Porto Torres. Dort befindet sich ein über 4000 Jahre alter Altarberg in Form eines Pyramidenstumpfes. Wie bei allen Museen kommen wir nur mit dem Green Pass, also unserer Impfbescheinigung hinein. Hier ist man aber besonders streng. Wir müssen auch unseren Ausweis vorzeigen, zusätzlich werden Name und Telefonnummer in eine Liste eingetragen. Und das alles, obwohl wir uns nur an der frischen Luft bewegen und fast nichts los ist.

Der Monte d`Accoddi ist einzigartig im ganzen Mittelmeerraum. Ähnliche Monumente soll es nur in Lateinamerika und Mesopotamien geben. Auf den Berg, der wahrscheinlich früher noch einen Tempel getragen hat, führt eine Rampe, die während der Restaurierungsarbeiten durch eine Treppe ergänzt wurde.

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Vor der Pyramide steht ein Altar mit einer sehr großen dicken Steinplatte. Daneben liegen zwei gerundete Steine, sog. Omphalos, die wahrscheinlich dem Sonnengott geweiht waren. Unterhalb der Pyramide soll es ein noch älteres Heiligtum gegeben haben.

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Es ist schon wieder nach 14:00, als wir in Porto Torres ankommen. Walburga und Josef haben uns eine Pizzeria empfohlen, die direkt hinter der Kirche liegt. Dort lassen wir uns nieder und bekommen gegrillten Tintenfisch und eine Pizza mit Scheiben von geräuchertem Schwertfisch. Es schmeckt alles sehr gut. Danke für den Tipp!

Gut gestärkt besichtigen wir anschließend die Basilica di San Gavino aus dem 11. Jh. Es ist die älteste und größte romanische Basilika Sardiniens mit einer Länge von 58 m und einer Breite von 17 m. Eine Besonderheit sind auch die sich an den Querseiten gegenüberliegenden Apsiden, wodurch der Eingang an der Längsseite liegen muss. Die drei Kirchenschiffe sind durch Säulen voneinander getrennt, die aus Tempelresten stammen.

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Unter der Kirche befindet sich eine Krypta, die die gleiche Fläche hat wie die Kirche selbst, also riesig ist. Hier gibt es Sarkophage, Marmorstatuen und Statuen aus glasiertem Terrakotta. Durch eine Seitentür kann man auch noch einen Blick in die Nekropole im Untergrund der Kirche werfen.

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Auf der Küstenstraße mit Blick auf das Meer geht es in Richtung Castelsardo. Kurz davor biegen wir auf eine Piste ab und fahren auf einen kleinen Platz oberhalb des Meers, der durch einen schmalen, steilen Weg durch Gestrüpp erreichbar ist. Hier beenden wir den Tag.

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