Schärenrundtour (FIN: 26. Juli 2022)

Der Wetterbericht verspricht regenfreie Stunden für den Morgen. Daher brechen wir direkt auf, ohne vorher Blog geschrieben zu haben. Wir wollen eine Schärenrundfahrt machen, die uns über viele kleine Inseln führen soll.

Aber zunächst geht es noch über Land. In Naantali soll die Klosterkirche aus dem 15. Jh. sehenswert sein. Als wir ankommen, lesen wir, dass erst um 11:00 geöffnet wird. Eine Dame, die aus dem Gebäude kommt, meint, dass um 9:00 eine Veranstaltung sei. Dann wollen wir es noch einmal versuchen. Wir gehen derweil zum Jachthafen, wo es ein schönes Restaurant gibt. Es ist aus Holz gebaut mit einer großen Veranda und einer maritimen Inneneinrichtung. Sehr gediegen.

Als wir zur Kirche zurückkommen, ist sie doch nicht geöffnet, und wir verlassen den Ort wieder. Als wir im nächsten Ort, Askainen, ankommen, treffen wir vor der Kirche ein finnisches Paar, das uns noch gute Tipps zu Übernachtungsplätzen gibt. Sie zeigen uns die Webseite „puskaparkit“, die ähnlich wie park4night funktioniert. Sie schwärmen auch von dem Landhaus Louhisaari, das nur 2 km entfernt sei.

Zunächst gehen wir aber zu der Kirche, die für uns aufgeschlossen wird. So können wir die Kanzel und die Tür bewundern, die aus Deutschland stammen und im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden geraubt wurden.

Da die Kirche von einer adligen Familie gestiftet worden ist, gibt es für sie reservierte Emporen nahe dem Altarraum, die höher sind als die Kanzel.

Als wir die Kirche verlassen, hat der Regen schon eingesetzt. Wir laufen zum Tracker und fahren dann zu dem Landhaus, in dem 1867 der Marschall und Präsident Mannerheim geboren wurde. Wir schauen uns die Einrichtung im Erdgeschoss an, wo es viele schwere Truhen gibt. In einem Nebengebäude sehen wir die Waschküche, die früher die normale Küche des Hauses war.

Auf der Insel Kustavi, die man noch über eine Brücke erreichen kann, ist die Holzkirche geschlossen, wir können uns nur von außen die besonderen Kreuze und den separaten Glockenturm anschauen.

Nach der Mittagspause hat der Regen aufgehört. Nun geht es auf die erste Fähre. Es ist eine Kabelfähre, d.h. dass sie an einem Kabel geführt wird und nicht mit einem eigenen Schiffsmotor angetrieben wird.

Diese erste Schäre ist sehr klein und schon nach ein paar Kilometern müssen wir auf das nächste Schiff. Die Schären sind eigentlich riesige Felsbrocken, die vor der Küste liegen. Sie sind während der Eiszeit entstanden, wo sie glatt geschliffen wurden. Das zurückweichende Eis hat dann die flachen Felsen im Meer zurückgelassen. Die Schären sind mit Kiefernwald bewachsen, es wird aber auch Landwirtschaft betrieben. Schön sind von hellem Moos überzogene Felsen. Fast alle Häuser sind aus Holz gebaut und dunkelrot mit weißen Fenstern gestrichen. Dem geringeren Fahraufkommen entsprechend ist die Straße nur noch eineinhalbspurig, sodass man ausweichen muss, wenn ein Fahrzeug entgegenkommt.

Auf der kleinen Insel Mossala beschließen wir zu übernachten. Wir folgen einem Hinweis bei park4night. Der Weg führt in den Wald hinein auf die Küste zu. Niemand ist zu sehen. Doch als wir fast am Ziel sind, sehen wir mehrere Häuser, die den Zugang zum Meer versperren. Ein Mann kommt aus einem Haus, den Uvo gleich anspricht. Er ist aber nicht damit einverstanden, dass wir dort bleiben, was zugegebenermaßen auch direkt vor seinem Haus wäre. So ziehen wir wieder ab und fahren eine kurze Stichstraße in den Wald hinein, wo wir bleiben.